Wichtige Schritte im Entwurfsprozess sind die
Verifikation und die Validierung
(siehe Abbildung). Beides soll durch Prototyping
unterstützt werden. Generell sollte eine
Validierung so früh wie möglich erfolgen,
denn werden Fehler erst später erkannt, kann
dies zu teuren Rückkopplungen im
Entwicklungsprozess führen. Wird das
Prototyping dazu während der Anforderungsanalyse
oder noch früher während der
Problemanalyse eingesetzt, führt dies
in der Regel zu qualitativ besseren (z. B.
bezüglich Vollständigkeit)
Systemanforderungen, da der Kunde frühzeitig
am Entwicklungsprozess beteiligt wird und dadurch
Klarheit über die gewünschten
Eigenschaften des Systems besteht. Der
Prototyp dient weiter dem Entwickler als
Hilfsmittel bei der Verifikation. Durch geeignete
Tests lassen sich viele dynamische Eigenschaften
des Systems überprüfen.
Die Prototyping-Umgebung, die in unserer
Arbeitsgruppe entwickelt wird, stellt durch
geeignete Werkzeuge und Schnittstellen zwischen
Steuerungssystemkomponenten, Testfeld und Simulatoren sicher, dass
ein Entwicklungsteam neben einer effizienten
Erstellung des Prototyps alle geplanten
Testfälle durchspielen und Messungen
mit vernünftigem Aufwand ausführen kann.
Prototyping wird möglichst früh im
Entwicklungprozess dadurch unterstützt, dass
Teilsysteme durch generierte Komponenten zu
ausführbaren Systemen vervollständigt
werden. Prototyping wird aber auch in späteren
Phasen, also entwurfsbegleitend durchgeführt,
wo eine Partitionierung in Teilsysteme oder die
Einbindung von Hardware erfolgt. Weiter können
Aussagen über das dynamische Verhalten und
nichtfunktionale Eigenschaften mit Hilfe von
Prototypen ermittelt werden (Dynamische
Analyse). Dazu werden die Prototypen
entsprechend instrumentiert und Modelle für
die Auswertung der am Prototyp gemessenen
Daten entwickelt.
Wie bei allen Methoden im Zusammenhang mit der
Entwicklung von großen Systemen spielt die
Effizienz eine Rolle. Das Prototyping muss deshalb
fest in den Prozess eingebunden werden und der
Nutzen, z. B. eine Qualitätsverbesserung des
Produktes, muss in einem vernünftigen
Verhältnis zu dem Zusatzaufwand stehen. Daher
müssen zeitaufwendige Schritte im
Prototyping-Prozess durch den Einsatz von
Werkzeugen unterstützt werden.
Fragen an:
Andreas Metzger (metzger@informatik.uni-kl.de)
|