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Fachbereich InformatikUniversität Kaiserslautern
 

Projekte: Anforderungsanalyse


Anwendungsdomäne für unsere Arbeiten im Bereich Modellierung und Prototyping reaktiver Systeme ist die Gebäudeautomation. Ein Teil unserer Arbeitsgruppe beschäftigt sich in diesem Bereich mit der Entwicklung komplexer Steuerungssysteme. Dabei entsteht zur Zeit eine Methodik zur Ermittlung der Anforderungen aus einer Problembeschreibung. Problembeschreibungen beinhalten zum einen das zu steuernde Gebäude mit der darin gegebenen Installation, zum anderen wird darin das spätere Systemverhalten grob und in informeller Weise beschrieben. Sie werden mit unserer Methodik systematisch in formale, ausführbare Anforderungsbeschreibungen umgesetzt. Dabei wird Wert auf die Möglichkeit gelegt, möglichst früh einen Prototyp erzeugen zu können, um die Diskussion mit dem Kunden zu erleichtern. Ein weiterer Vorteil des Tests mithilfe von Prototypen ist, dass damit eine Alternative zu einer Überprüfung der Modelle z.B. mittels Inspektion gegeben wird. Ausgabe unseres Ansatzes ist ein SDL-Modell, aus dem durch kommerzielle Code-Generatoren automatisch ein Programm erzeugt werden kann.

Um das SDL-Modell zu erstellen, wird zunächst aus der Gebäudebeschreibung ein Objektmodell des zu entwerfenden Systems ermittelt, das nur strenge Aggregationsbeziehungen als einzigen Beziehungstyp besitzt. In der entstandenen Objekthierarchie wird nun jedem Objekt Funktionalität in Form von Tasks zugewiesen. Diese Tasks werden aus der Problembeschreibung abgeleitet und informell aufgeschrieben. Ebenfalls werden erste Realisierungsvorschläge für die Tasks beschrieben (Strategien), aus denen sich dann unter anderem die von jedem einzelnen Objekt benötigte Kommunikation ableiten lässt. Die Festlegung der Schnittstellen ermöglicht es, auch den weiteren Entwurf objektweise getrennt voneinander durchzuführen. Dies betrifft die formale Darstellung der Realisierung der einzelnen Tasks, also die Überführung der Strategien in ein SDL-Modell. Nun kann ein Prototyp erstellt werden, der von den Entwicklern gegen Testfälle oder direkt vom Kunden getestet werden kann.

Ein Schwerpunkt bei der Analysemethode wird auf die Betrachtung nichtfunktionaler Eigenschaften wie zum Beispiel das Verhalten im Fehlerfall oder das zeitliche Verhalten des Systems und auf die Wiederverwendung bereits existierender Entwicklungsprodukte gelegt.

Die vorgestellte Methodik wurde an mehreren Fallbeispielen innerhalb der Arbeitsgruppe getestet. Dabei wurde eine Licht- und Temperatursteuerung für die Räume der Arbeitsgruppe in Gebäude 32, 4. Stock entworfen. Weiterhin wurde die Anwendbarkeit der entwickelten Methode zur Erstellung von Gebäudesimulatoren untersucht.


Fragen an: Stefan Queins (queins@informatik.uni-kl.de)

WWW-Admin:
Mario Trapp
URL: http://wwwagz.informatik.uni-kl.de/projects/requirements_de.html
Letzte Änderung: 2001-08-15 17:27:06